Experten


Jeannette Dietrich

Jeannette Dietrich

WORKLIFE:

Vermittlerin zwischen Entrepreneuren, Ingenieuren, Juristen und kommerziellen Rechteinhabern von Warschau bis Sillicon Valley als "Senior Legal Counsel" bei Google

ESSENCE:

"Das "Always-On" ist für andere oft gleichbedeutet mit sofortiger Verfügbarkeit. Wenn ich konzentriert arbeiten möchte, verschwinde ich dahin, wo mich niemand findet - an einen Offline Ort."

/ Entgrenzung / Online-Offline Balance /

„Die ständige Erreichbarkeit kann Rücksichtnahme durchaus minimieren. Jeder hat einen individuellen Arbeitsstil, d.h. die einen sind "always-on", andere dagegen wollen ab 20 Uhr keine Anfragen oder Besprechungen führen. Auch für die digitale Arbeit gilt, Respekt der Arbeitszeiten Anderer zu bewahren."

/ Entgrenzung / Online-Offline Balance /

„Entgrenzung bedeutet für mich Flexibilität, weil ich private und berufliche Angelegenheiten individueller einteilen kann und damit besser miteinander vereinbare."

„Im Arbeitsalltag entkommt man dem digitalen Dauerfeuer nur schwer, prinzipiell helfen da nur selbstgeschaffene "Don't-Disturb-Zonen". Wenn ich mich konzentrieren muss, suche ich mir bewusst einen Platz, der mich zum Offlinesein zwingt."

„Wenn ich etwas Wichtiges zu erledigen habe, drucke ich es aus und verzieh mich damit für mehrere Stunden. Ich sage nur ein oder zwei Personen Bescheid, wo ich im Notfall zu finden wäre."

„Work-Life-Balance ist weniger Frage des Unternehmens, sondern hängt stark von der Eigendisziplin des Einzelnen ab."

„Auch wenn die permanente Erreichbarkeit oftmals zur Ablenkung von der eigentlichen Arbeit führt, wiegt der Vorteil des schnellen Infomationszugriffs und Wissensaustauschs eindeutig den Nachteil der „Arbeitsstörung" auf."

/ Mobilität / Virtuelle Teams / Social Software /

„Ich arbeite standortunabhägig und auch die meisten meiner Teamkollegen tun das. Möglich ist das nur über digitale Vernetzung, durch die wir unseren "workflow" super optimieren können. Das Vorurteil, dass Social Software allerdings Arbeitsbeziehungen technisch erkalten lässt, hat sich meiner Erfahrung nach nicht bestätigt, sondern ganz im Gegenteil sogar zwischenmenschlich noch stärker gemacht."

„Die Kollegen mit denen ich an Projekten arbeite, sitzen in Berlin, San Francisco, New York, London, Madrid, Los Angeles, Moskau, München, Hamburg etc.. Ich sehe sie regelmäßig und bin teilweise auch mit ihnen befreundet. Wir kennen uns, deshalb ist die Arbeit in virtuellen Teams kein Ersatz, sondern eine gute Ergänzung, um Arbeitsprozesse zu beschleunigen und nebenbei auch Persönliches auszutauschen."

/ Das Büro im Wandel / Mobilität /

„Mein Arbeitsplatz ist überall, wo mein Laptop ist: Hotelbett, Flughafen, Park, Zuhause, Café, Büroterrasse, Hot-Desk. Also je nach dem wann und wo ich arbeiten möchte. In der Regel verbringe ich 30% meiner wöchentlichen Arbeitszeit "woanders"."

„Die freie Arbeitsgestaltung erfordert andererseits ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenverantwortung. Man muss für sich selbst eine gute Arbeitsstruktur schaffen, die gleichzeitig mit denen der anderen kompatibel ist."

„Wir haben heute die Technologie, von überall arbeiten zu können. Gerade Videokonferenzen haben für uns als sehr international agierendes Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile haben wir in jedem Meetingraum komplette Videokonferenzeinheiten. Dennoch brauchen wir ein Büro, denn der Mensch ist letztendlich ein soziales Wesen. Wir als Googler verstehen und schätzen die Vorteile, die es hat, wenn man unter einem Dach sitzt. Das Persönliche übersteigt das, was die Technik ermöglichen kann. Momentan ist eine Face-to-Face-Unterhaltung durch nichts zu ersetzen."

/ Vertrauen vs. Transparenz / Liquide Organisation /

„Bei uns ist in der digitalen Interaktion das Vertrauen untereinander groß, genauso wie das Vertrauen in die Kompetenzen der anderen. Wenn jemand etwas Wichtiges beizutragen hat, tut er das. Niemand fühlt sich da in seiner Autorität untergraben."