Experten


Jürgen Erbeldinger

WORKLIFE

Gründer und CEO der partake AG – ein Beratungsunternehmen mit Design-Thinking Praktiken.

ESSENCE

Innovations-Management, Unternehmenskultur ohne Hierarchien sondern nach dem "Freiwilligkeitsprinzip" Kürzlich erschien sein neues Buch: "Durch die Decke denken: Design Thinking in der Praxis"

/ Wissensgesellschaft / Informationstechnologie / Kulturtechnik /

Wir werden durch intelligente Systeme mit Informationen versorgt und gleichermaßen auch beeinflusst. Computertechnologien werden in Zukunft noch leistungsfähiger. Derzeit wird z.B. mit Hochgeschwindigkeitskameras in Handys experimentiert. Über Mikrogesten kann die Kamera die Gesichtszüge meines Gesprächspartners analysieren und simultan Feedback über seinen Emotionszustand geben. Das würde unsere Kommunikation radikal verändern. Wir müssen uns also heute schon fragen, wie wir miteinander umgehen wollen und wie Technologien dementsprechend modelliert und angepasst werden müssen.

/ Connectivity / Social Software / Produktivität und Nutzen /

„Neue Kommunikationstechnologien etablieren sich nur langsam in Großunternehmen, weil diese mit Entscheidungskompetenzen nicht groß geworden sind und zu wenig natürliche Berührungspunkte entwickeln konnten. Oftmals kennen sie die Tools und ihre Funktionen schlichtweg nicht."

/ Technische Innovationen / Entwicklungsfähigkeit / Offenheit /

„Nur wer neue Technologien und Umgangsformen befürwortet, kann diese auch gestalten. Soziale Medien sind kein Hexenwerk. In zwei Tagen hätte man sie verinnerlicht. Doch ich bezweifle, dass sich Führungskräfte oder Mitarbeiter tatsächlich die Zeit nehmen, um das Tool zu erlernen."

„Ein Beispiel für Best Practice liefert Google. Bei jeder Vorstandssitzung wird die Kamera eingeschaltet und jeder Mitarbeiter kann sich zur eigenen Informationsbeschaffung live einklinken. Auf solche Ideen kommt man aber nicht, wenn die Prinzipien dahinter unbekannt sind. Der Nutzen ist auf den ersten Blick für viele nicht nachvollziehbar. Deshalb brauchen Unternehmen erstmal einen Schubs, um etwas Neues auszuprobieren und gleichzeitig muss der Mehrwert transparent gemacht werden."

/ Vertrauen vs. Transparenz / Liquide Organisation / Atypische Arbeitsverhältnisse /

„Vertrauen ist Grundlage jeder Zusammenarbeit und kann nur über persönliche Treffen aufgebaut werden. Wenn ich bei einem Neukunden anfange, dann will er die Gesichter seiner Berater kennen. Dagegen funktioniert bei Kunden, mit denen wir seit mehr als fünf Jahren zusammenarbeiten, die digitale Kommunikation reibungslos ohne dass man sich überhaupt noch trifft."

/ Neue Arbeitsformen / Innovation & Netzwerke / Selbstverwirklichung /

„Normale Arbeitsverhältnisse und berufliche „Normal-Biografien" werden allmählich zur Ausnahme. Unsere Arbeitszeitmodelle werden flexibler und Hierarchien verflachen durch die Auflösung des Herrschaftswissens im Internet. Unsere Arbeit ist gestaltbar. Das Bewusstsein „Ich kann etwas verändern" ist zwar noch nicht bei jedem vorhanden, aber es wird sich im Zuge digitaler Kollaborationsmöglichkeiten weiter ausformen."

/ Neue Arbeitsformen / Neues Führen / Hierachrchien /

„Das Konzept einer hierarchiefreien Unternehmenskultur auf Basis der Freiwilligkeit und eigenständigen Arbeitszeiteinteilung habe ich real physisch gemacht, indem ich meine Vorstandsurkunde über das Klo gehängt habe."

/ Wissensgesellschaft / Informationsflut im Büroalltag /

„Die E-Mailbox ist zum Diktator der Tagesplanung geworden. Deswegen nehme ich mir bewusst nicht morgens, sondern vor Feierabend 40 Minuten Zeit für die Beantwortung meiner Mails. Und alles was ich nicht schaffe, bleibt einfach liegen."

„CC-Mails lösche ich grundsätzlich. Wenn ich nur „CC" bin, heißt das für mich, dass die Mail nicht direkt an mich gerichtet ist und deswegen auch nicht wichtig sein kann."

„Wenn wir morgens als Erstes die über Nacht eingegangenen Mails lesen, haben wir nicht nur Zeit verloren, sondern auch die beste Chance, etwas Neues zu beginnen. Das Erste, was wir tun sollten, ist, auf unsere eigenen Ziele hinzuarbeiten, statt uns damit zu beschäftigen, wie andere auf das reagiert haben, was gestern passiert ist."